Nachteile FaserfütterungNachteile Faserfütterung

Welche Nachteile bringt die Faserfütterung mit sich?

Mehr Faser führt zu erhöhten Futterkosten und verschlechtert die Stickstoffbilanz. Außerdem kann die Faserfütterung zu einer Überlastung der Güllesysteme führen.

Den beschriebenen positiven Effekten einer zusätzlichen Faserversorgung – insbesondere als Beschäftigungsfutter –stehen aber auch negative Effekte gegenüber.

Erhöhte Kosten

Durch die steigenden Fasergehalte in der Ration nimmt die Verdaulichkeit der Nährstoffe ab – insbesondere, die von Rohprotein. Eine geringere Verdaulichkeit von Futterprotein steigert jedoch die Futterkosten und bringt damit wirtschaftliche Nachteile mit sich. Dies ist ein Hauptgrund dafür, warum in der Mastschweinefütterung bislang Futterkonzentrate mit nur geringen Fasergehalten verwendet werden. Ebenfalls Mehrkosten verursachen die im Vergleich zum Standardfutter teureren Beschäftigungsfuttermittel sowie die Technik zum Einbringen dieses Futters in die Buchten.

Dem gegenüber stehen jedoch eine bessere Tiergesundheit mit wahrscheinlich geringeren Medikamentenkosten sowie ein positives Image. Darüber hinaus bieten solche Tierwohlmaßnahmen die Möglichkeit an den verschiedenen Tierwohlprogrammen teilzunehmen und damit einen Teil der höheren Kosten wieder zu decken.

Nährstoffüberschüsse

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund, warum eine Erhöhung des Faseranteils problematisch sein kann. Denn eine erhöhte Aufnahme von Faserstoffen verschlechtert gleichzeitig die Stickstoffbilanz der schweinehaltenden Betriebe. Das ist insbesondere vor der anstehenden Verschärfung der Düngeverordnung kritisch zu sehen.

Überlastung herkömmlicher Güllesysteme

Ein Mehr an organischem Beschäftigungsmaterial kann zu Problemen bei der Entfernung von Kot und Harn aus dem Stall führen. Je weniger von dem Beschäftigungsfutter gefressen und je mehr organische Masse von festen Flächen oder durch Spalten in den Kotkanal gelangen, um so stärker wird die Bildung von Schwimmdecken. Praxisübliche Güllesysteme werden mit dem Ausschwemmen von Schwimmdecken nur unzureichend fertig – mit der Folge, dass sie irgendwann nicht mehr funktionsfähig sind.

Wer über einen Stallneubau nachdenkt, sollte direkt eine Anpassung des Güllesystems mit in Betracht ziehen. Hier bieten sich zum Beispiel Schieberentmistungen an, mit Schiebern, die unterhalb der Spalten laufen. In bestehenden Ställen sind prinzipiell Systeme denkbar, bei denen die Gülle innerhalb des Stalls aufgerührt werden kann. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass mit jedem Aufrühren Schadgase freigesetzt werden, die das Emissionsverhalten des Stalls verschlechtern und eine Gefahr für Mensch und Tier darstelle können. Daher sollte das Aufrühren der Gülle nur im leeren Stall unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen.


Letzte Aktualisierung 08.02.2021

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