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Stickstofftank der nationalen Genreserve am Institut für Nutztiergenetik Mariensee, Friedrich Löffler-Institut. Bild: Landpixel
In ihrem Fachartikel "Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Tierzucht“, veröffentlicht in der Zeitschrift Züchtungskunde, beschreiben Tierzuchtwissenschaftler die Kritik der Gesellschaft an der heutigen Tierzüchtung und Tierhaltung und zeigen Möglichkeiten und Grenzen der Konfliktlösung auf.
Das Autorenteam geht davon aus, dass künftig die landwirtschaftliche Tierhaltung und damit auch die Zucht von Nutztieren so ausgerichtet sein muss, dass die Effizienz der Umwandlung von Biomasse in hochwertige Lebensmittel weiter gesteigert wird.
Außerdem müssen negative Folgen für die Umwelt und das Klima reduziert und die Nahrungsmittelkonkurrenz zwischen Tieren und Menschen minimiert werden. Weiterhin müssen die genetische Diversität bei den Tieren erhalten und das Tierwohl deutlich verbessert werden. Gleichzeitig sollen die Tierhaltenden gesellschaftliche Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren.
Zu alldem kann die Tierzüchtung ihren Beitrag leisten. Die Wissenschaflter sehen aber auch Grenzen und Zielkonflikte.
Bestehende Konflikte zwischen der Nutztierhaltung und der Gesellschaft müssen gelöst werden, um die landwirtschaftliche Nutztierhaltung in Deutschland zu sichern. Zukünftige Generationen von Landwirtinnen und Landwirten sollten die notwendige gesellschaftliche Rückendeckung und Wertschätzung haben, weiterhin Nutztiere zu halten und zu züchten.
Allerdings werde die Umsetzung der Maßnahmen erhebliche ökonomische Konsequenzen für die Landwirtschaft und die Zuchtorganisationen haben, so die Tierzuchtwissenschaftler. Dies müsse beim Umbau der Tierhaltung berücksichtigt werden, damit es nicht zu einer Abwanderung ins Ausland komme.
Für das Gelingen einer gesellschaftlich akzeptierten Tierzucht würden nationale bäuerliche Organisationen benötigt, die eine Tierzucht für deutsche Verhältnisse und Wertvorstellungen betrieben. Die Forderung der Tierzuchtwissenschaftler lautet daher: "Wenn wir diesen Weg gehen wollen, müssen die Folgen von Politik und Gesellschaft ausgeglichen werden!“
Letzte Aktualisierung 13.10.2021